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Selbsterkenntnis - Gott ist Liebe. Silberhochzeit in Essen-Mitte

 

Gemeindevorsteher Priester Michael Sokoll spendete am Sonntag, dem 26. Juli 2026 Beate und Bernd Potenberg den Segen zum 25-jährigen Ehejubiläum in der Gemeinde Essen-Mitte.

Wie der Gemeindevorsteher einleitete, liege die Verbindung zwischen dem dem Gottesdienst zugrundeliegenden Bibelwort aus dem Matthäusevangelium 6,12: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ und der Feier einer Silberhochzeit nicht unmittelbar auf der Hand.

Vergebung heißt nicht „Schwamm drüber“

Das Bibelwort drücke, so Priester Sokoll, im Kern die Selbsterkenntnis aus, dass jeder Mensch zur Sünde geneigt sei. Daraus könne aber nicht die Anforderung an einen ‚guten Christen‘ erwachsen, jedem immer bedingungslos durch ein „Schwamm drüber“ zu vergeben. Vielmehr sei es zwischenmenschlich beiderseitig erforderlich, Schritte aufeinander zuzugehen und so zur Vergebungsbereitschaft zu gelangen. Das könne aber nie zu einer mathematischen Aufrechnung von Sünde und Vergebung führen. Denn vor Gott könne durch den Opfertod Christi jede Sünde vergeben werden. Daher sei auch zwischen Menschen das Maß, die Vergebungsbereitschaft zu suchen.

Den Gedanken der gegenseitigen Vergebungsbereitschaft griff der Gemeindevorsteher in der Ansprache zum Segen an das Ehepaar auf. So sei es in einer Ehe als eine besonders enge Form der zwischenmenschlichen Beziehung notwendig, aufeinander zugehen zu können.

Vergebung ist ein Prozess und Kommunikation

Wie Priester Sokoll in der Predigt ausführte, bedinge die Vergebung auch ein Zutun des Schuldigers: Bei eigenen Missetaten gehöre dazu die Einsicht, sündig gehandelt zu haben und dafür reuig zu sein. Priester Arndt Hellwig führte in seinem Predigtbeitrag aus, dass aus diesem Teil des Vaterunsers auch nicht zu entnehmen sei, dass erst mit der Vergebung unsere eigene Schuld vor Gott getilgt werde, sondern der Anstoß des Vergebungsprozesses – der auch länger als ein Menschenleben andauern könne – dafür ausreiche. Als Christen stehe uns dafür das Werkzeug bereit, eine für den Vergebungsprozess so wichtige Kommunikation mit unseren Mitmenschen zu schaffen.

Dies sehe der Gemeindevorsteher bei dem Jubiläumspaar, wie er in seiner Ansprache ausführte. Das Paar habe ein gutes Selbstbild voneinander, das eine ehrliche Kommunikation ermögliche. Es könne sich gegenseitig gut erkennen und zugleich Vergebungsbereitschaft zeigen.

Gott ist die Liebe

Als Segenswort sei für ihn unmittelbar klar gewesen, dass es der zweite Teil aus dem ersten Johannesbrief 4,16: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ sein würde, so Priester Sokoll. Das Bibelwort fand sich als führendes Motiv in verschiedenen Formen musikalisch im Gottesdienst wieder. Die Beziehung des Ehepaares Potenberg sei ein Ausdruck, dass die Liebe ihre eigenen Wege gehe. So sei das Hochzeitspaar einen längeren Weg gegangen, bis es zur Feststellung kam, dass es in einer Beziehung sei. Mit dem Wunsch, dass Gott wie in der Vergangenheit den Beiden helfe, gute Ehepartner zu sein, spendete der Gemeindevorsteher dem Paar den Segen zur Silberhochzeit.

28. Juli 2026
Text: Peter Hillen
Fotos: Frank Eicker

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