Zu ungewöhnlicher Stunde, nämlich am Samstag-Nachmittag, dem 25.11.2023, feierte Apostel Thorsten Zisowski in der Gemeinde Gelsenkirchen-Scholven einen Gottesdienst an dessen Ende er das Kirchengebäude profanierte. Der Gemeindestandort wurde damit aufgegeben.
Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort aus 1. Korinther 15, Verse 51 – 52 zugrunde: „Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“
Der Apostel ging zunächst auf das vom Gemeindechor vorgetragene Lied ein „Ich lege meine Hände oh Herr in Deine Hand“ (CM Nr. 182). Der darin zum Ausdruck kommende starke Glaube und Glaubensmut führe zu einer tiefen Glaubensgelassenheit, die nicht von den Erfolgen des irdischen Lebens abhängig sei. Es sei leicht Gott zu preisen, wenn immer alles so geschehe wie es in den eigenen Wünschen vorkomme. Entscheidend aber sei es, in allen Lebenssituationen die Verbindung zu Gott zu halten, denn in dieser Verbindung liege immer eine besondere Kraft.
Die Auflösung des Gemeindestandorts Scholven nach über 55 Jahren gehe mit besonderen Empfindungen bei den Gemeindemitgliedern einher. Der Apostel verwies in diesem Zusammenhang auf die zwei Gemeindegründungen: Schon in den 1920er Jahren war in Scholven eine Gemeinde gegründet worden; die Versammlungsstätte wurde jedoch im 2. Weltkrieg zerstört. Doch dabei blieben die Gemeindemitglieder nicht stehen, so dass im August 1968 erneut eine Gemeinde Scholven gegründet werden konnte. Die Besucherzahlen im Weihegottesdienst, in zahlreichen Festgottesdiensten – und auch nun im letzten Gottesdienst seien durchaus beeindruckend, so dass man sich die Frage stellen könne: Hat das was hier und heute geschieht wirklich seine Berechtigung? Doch auch dies habe die Gemeinde selbst entschieden und – im Rahmen einer Gemeindestunde – einen Beschluss herbeigeführt, der zum 1. Oktober dieses Jahres Gültigkeit erlangt habe. Danach seien die Gemeindemitglieder in die von ihnen gewählten „neuen“ Gemeinden aufgebrochen. Der Apostel sagte hierzu er hoffe, dass alle gut angekommen seien und sich dort wohlfühlten.
Wie wird man Erstling?
Auf das Textwort eingehend bemerkte der Apostel, dass die Gottesdienste im Monat November diesmal im Zeichen der Lehre von den zukünftigen Dingen stehen. Apostel Paulus habe das Zukünftige, nämlich die verheißene Wiederkunft Jesu Christi und die damit verbundene Entrückung der Erstlinge, nie aus dem Fokus verloren und immer hoch gehalten. Er lebte in der Naherwartung und tat alles, um dies in der etwas müde gewordenen und zweifelnden Gemeinde zu Korinth lebendig zu erhalten. Daraus ergab sich für den Apostel die spannende Frage, wie die Erstlingsschaft zu erreichen sei: Erstling werde man allein durch göttliche Erwählung - Erstlinge müssen nicht die "Besten" sein. Gott hat die Erwählten bei ihrem Namen gerufen und ihnen mitgeteilt: Du bist mein! Gleich ihrem Herrn werden die Erstlinge einen Auferstehungsleib erhalten, der sie befähigt Himmelfahrt zu halten. Bedingung sei jedoch in der Nachfolge Christi nicht nachzulassen. Dies zeige sich u.a. in selbstlosem, liebevollen Dienst zum Heil und Wohl des Nächsten - genauso wie Jesus auch gehandelt hat. Wer dem Herrn nachfolge suche zudem immer und überall seine Nähe: Im Gebet, im Gottesdienst und im Heiligen Abendmahl. All dies bleibe ihnen wichtig und wertvoll. Erstlinge vertrauen außerdem immer auf die Gnade Gottes und können am Ende - wie Paulus - sagen: Seine Gnade ist an mir nicht vergeblich gewesen!
Heimat finden
In seinem Predigtbeitrag ermutigte der Vorsteher der Gemeinde Scholven, Priester Thorsten Kasper, seine Glaubensgeschwister dazu, in der kommenden Zeit ihren Glauben vor allem dazu einzusetzen, in der "neuen" Gemeinde Heimat zu finden, um dann die Zukunft miteinander recht genießen zu können. Auch, wenn dies zunächst vielleicht noch unvorstellbar erscheine, sei dies doch möglich.
Das Glaubensziel bleibt
Bischof Manfred Bruns gab schließlich der Gemeinde noch den Rat mit auf den Weg immer zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Auch, wenn sich manches ändere bleibe das Glaubensziel doch erhalten. Es bleibe außerdem das Geheimnis bestehen: Jesus Christus ist und bleibt bei seiner Gemeinde!
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles bat Apostel Zisowski die beiden letzten Amtsträger der Gemeinde Scholven vor den Altar und dankte ihnen für jahrelange treue Dienste in und an der Gemeinde und legte diesen Dank in ein besonderes Gebet. Anschließend entlastete er Priester Thorsten Kasper von seiner Beauftragung als Vorsteher für die Gemeinde Scholven.
Der Apostel dankte anschließend allen, die im Laufe der vielen Jahre Dienste in der Gemeinde versehen hatten und versicherte, dass bei Gott alles angeschrieben sei.
Anschließend verlas Priester Kasper die Gemeindechronik.
Der Gottesdienst endete mit Gebet und Segen. Vor dem Schlusssegen entwidmete der Apostel das Gebäude. Zuletzt trugen die Amtsträger die Bibel und die Abendmahlskelche für alle sichtbar aus dem Kirchenschiff.
Alle Gottesdienstteilnehmer sangen abschließend ein Abschiedslied, welches extra für diesen Anlass im Vorfeld durch ein Gemeindemitglied gedichtet worden war.
Mit der Profanierung des Gebäudes endet die kirchliche Nutzung.
Die ehemaligen Gemeindemitglieder besuchen zukünftig die Gottesdienste in den Gemeinden Buer, Resse und Gladbeck.
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