Bereits im März 2023 war die Gemeinde Essen-Mitte aus den Gemeinden Rüttenscheid, Rellinghausen und Frohnhausen gegründet worden. Im Gottesdienst am ersten Weihnachtstag erhielt die Gemeinde mit der Weihe des neuen Kirchengebäudes nun auch ihr eigenes Zuhause.
Bezirksapostel Rainer Storck erinnerte zunächst an die Entwicklungen während der mehr als dreieinhalbjährigen Bauphase der Kirche. Im Mai 2020 war das alte Kirchengebäude durch Apostel Thorsten Zisowski profaniert worden – wegen der Corona-Pandemie ohne Anwesenheit der Gemeindemitglieder. Nach Verzögerungen während der Bauzeit sei das Ergebnis nun sehr gut, führte der Bezirksapostel weiter aus, und beglückwünschte die Gemeinde zu ihrer neuen Kirche. Jetzt müsse Ruhe einkehren; dies unterstrich Bezirksapostel Storck mit dem Bibelwort aus Habakuk 2,20: „Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt“. Die Kirche soll mit der Weihe zu einem Tempel Gottes werden, in dem Gott in der Stille zu finden ist, wann immer sich Menschen dort versammeln.
Anschließend weihte der Bezirksapostel das Kirchengebäude mit Gebet zu einer Offenbarungsstätte Gottes, zu einem Ort, wo Gottes Wort verkündet wird, Handlungen und Segnungen stattfinden, und zu einem Ort des Friedens, an dem sich jeder wohlfühlen kann und niemand ausgegrenzt wird.
Glauben, was nicht sichtbar ist
Dem Weihnachtsgottesdienst lag das Bibelwort aus Lukas 2,10 und 11 zugrunde: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Bezirksapostel Storck fasste zunächst die Geschehnisse rund um die Geburt Jesu zusammen. Er sprach die Hirten an, die nachts auf dem Feld ihre Schafe hüteten, als sie durch ein helles Licht erschreckt wurden. Ein Engel erschien, beruhigte sie und sagte ihnen, wo sie das neugeborene Kind finden konnten. Die Hirten glaubten dem Engel und fanden das Kind in einem Stall in einer Krippe, nur umgeben von Tieren und seinen Eltern. Von einem König oder Erlöser war nichts zu sehen.
Der Bezirksapostel erläuterte, dass die bereits nach dem Sündenfall und im Folgenden durch die Propheten angekündigte Geburt des Erlösers nicht in einem Königspalast, sondern in bescheidenen Verhältnissen vollzogen wurde. Dies war wegweisend für das Evangelium Jesu Christi. Jesus hat nicht mit einem Zepter regiert, hat die Menschen nicht gezwungen zu glauben; er blieb immer erniedrigt, verfolgt und gequält. Erst in der Auferstehung wurde sichtbar, dass er der Erlöser ist, der den Tod besiegt hat. „Es geht darum, etwas zu glauben, das anders ist als das, was wir sehen.“, beschrieb Bezirksapostel Storck die Botschaft des Evangeliums. Auch heute sei noch nicht ganz offenbar, dass Jesus das Böse überwunden habe. Trotzdem sei es die Wahrheit, und eines Tages werde das Böse gebunden werden. Jesus sei mitten unter uns Menschen, auch wenn dies nicht sichtbar ist, und werde sein Reich mit seiner Wiederkunft vollenden.
Bischof Manfred Bruns ergänzte in seinem Predigtbeitrag, dass man auch in der neu geweihten Kirche mehr erkennen könne als für die Augen sichtbar ist, nämlich eine Offenbarungsstätte des Heiligen Geistes. Er empfahl, im Haus Gottes immer auf das zu achten, was der Heilige Geist der Seele vermitteln möchte. So sicher, wie Jesus geboren wurde, werde er auch wiederkommen, so der Bischof.
Dank und Sektempfang
Nach der Sündenvergebung sowie der Feier des Heiligen Abendmahls für die Gemeinde und für Entschlafene beendete der Chor den Gottesdienst mit dem Lied „Majesty“. Abschließend dankte der Bezirksapostel Daria Kliem, Leiterin der Abteilung Bau der Verwaltung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, und ihrem Team für die an diesem Kirchenbau geleistete Arbeit. Mit einem Sektempfang klang der erste Gottesdienst in der neuen Kirche für die Gemeinde Essen-Mitte aus.
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