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Der gute Hirte und das verlorene Schaf – Erster Kindergottesdienst im neuen Format KiGo+

 

In Gelsenkirchen-Ückendorf fand am Sonntag, dem 20. September 2026 erstmals ein Kindergottesdienst im neuen Format KiGo+ statt. Eingeladen waren alle Kinder der Vorsonntags- und Sonntagsschule sowie diejenigen, die den Religions- und Konfirmandenunterricht besuchen. Zugleich war es der erste Kindergottesdienst nach den Sommerferien.

Besonders herzlich begrüßt wurden die Kinder, die neu eingeschult wurden. Sie gehören nun zur Gruppe der Sechs- bis Neunjährigen (KiGo 6–9). Bereits vor Beginn übten die Kinder, begleitet vom Klavier und mit Rasseln, die Lieder für den Gottesdienst ein.

Hab keine Angst!

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bibelwort aus Josua 1,9: „Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken, denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!“ (Gute Nachricht Bibel).

Nachdem Dienstleiter Priester Steffen Branz das Bibelwort vorgelesen hatte, gingen einige Lehrkräfte mit den Kindern der Vorsonntagsschule und einigen Eltern in einen Nebenraum. Dort beschäftigten sich die Drei- bis Fünfjährigen auf kindgerechte Weise mit dem Thema „Der gute Hirte“.

Im Kirchenschiff führten anschließend drei Lehrkräfte ein Rollenspiel auf, welches den Kindern das Thema des Gottesdienstes näher brachte. Darin ging es um eine verlorene Fahrkarte. Die Kinder wurden aktiv einbezogen und schlugen vor, vor der Suche den lieben Gott im Gebet um Hilfe zu bitten.

Als die Fahrkarte gefunden wurde, erinnerten sie daran, Gott nun auch im Gebet zu danken. Anschließend fragten die Lehrkräfte, ob die Kinder schon einmal etwas Ähnliches erlebt haben und wie sie sich dabei fühlten. Viele berichteten, dass der Verlust eines Gegenstandes Traurigkeit und Angst auslösen könne.

Das verlorene Schaf

Anschließend las ein Kind das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lukas 15,3–7) aus der Bibel vor. Priester Branz griff das Gleichnis auf und fragte die Kinder, wie sich wohl der Hirte und das verlorene Schaf gefühlt hätten. Ihrer Ansicht nach überwogen beim Hirten Traurigkeit und Sorge, während das Schaf vor allem Angst hatte, allein in einer unbekannten Umgebung zu sein.

Priester Branz übertrug diese Situation in die Gegenwart: Wie fühlt es sich an, eingeschult zu werden oder die Schule zu wechseln, wenn man vielleicht noch niemanden kennt? In einer neuen Umgebung könne man sich unsicher, unwohl und allein fühlen. Umso schöner sei es, wenn jemand auf einen zukommt und sich kümmert. Zugleich ging es darum, wie wir uns verhalten können, wenn jemand neu in eine Klassengemeinschaft kommt. Dann gelte es, offen und freundlich zu sein, mutig auf den anderen zuzugehen und ihn in die Gemeinschaft aufzunehmen. Gemeinschaft helfe uns, uns wohlzufühlen.

Auch die Gemeinschaft der Gotteskinder sei dem lieben Gott ein großes Anliegen, führte Priester Branz aus. Gott kenne jeden Menschen und wisse, wie es ihm geht. Wenn wir uns allein fühlen oder es uns schlecht geht, können wir jederzeit im Gebet mit ihm sprechen. Jeder Mensch ist ihm gleich wichtig, und in der Gemeinschaft der Gotteskinder kommt es auf jeden Einzelnen an.

Die Vorsonntagsschule

Die Kinder der Vorsonntagsschule (3–5 Jahre) beschäftigten sich währenddessen in einem Nebenraum auf kindgerechte Weise mit dem Thema „Der gute Hirte“. Zunächst wurde gemeinsam gesungen. Gemütlich auf einer Decke im Kreis sitzend, starteten die Kinder danach in ihr eigenes kleines Programm. Doch plötzlich fehlte jemand: Wolli, das kleine Stoffschaf, war verschwunden! Gemeinsam machten sich die Kinder auf die Suche und riefen nach Wolli. Schließlich entdeckten sie das Schaf an einem ziemlich ungewöhnlichen Ort – im Kühlschrank! Da war natürlich erst einmal ausgiebiges Wärmen und Knuddeln angesagt.

Die Suche nach Wolli griff spielerisch die Geschichte vom verlorenen Schaf auf: So wie der gute Hirte merkt, wenn eines seiner Schafe fehlt und sich auf die Suche macht, ist auch für Gott jeder Einzelne wichtig. Niemand soll verloren gehen oder vergessen werden. Anschließend gestalteten die Kinder gemeinsam ein großes vorbereitetes Schaf. Jeder durfte kleine Wattebäusche auf das Bild kleben, bis nach und nach ein richtig wolliges Schaf entstand. Auch hier wurde der Gedanke der Gemeinschaft sichtbar: Viele einzelne Stücke gehören zusammen und ergeben gemeinsam ein Ganzes.

Fehlt eines, bleibt eine Lücke. Genauso gehört jeder Einzelne zu unserer Gemeinschaft und ist wichtig. Zum Beginn des Gottesdienstes kehrten die Kinder der Vorsonntagsschule gemeinsam mit den Lehrkräften und Eltern wieder ins Kirchenschiff zurück. Ihr selbst gestaltetes Schaf sowie Wolli brachten sie mit und integrierten beides in die Altardekoration. So wurde auch für die übrige Gemeinde sichtbar, womit sich die Kleinsten zuvor beschäftigt hatten.

Freude in der Gemeinschaft

Im anschließenden Predigtteil vertiefte Priester Branz diese Gedanken. Wenn Menschen in der Gemeinschaft zusammenstehen, wächst die Freude jedes Einzelnen. Damit Gemeinschaft dauerhaft gelinge, müsse jedoch jeder selbst etwas dazu beitragen. Wir haben den Auftrag, liebevoll miteinander umzugehen und nicht zuzulassen, dass jemand ausgeschlossen wird. Außerdem sollen wir den Mut haben, einem Menschen beizustehen, wenn er nicht gut behandelt wird. Und wenn wir uns einmal allein fühlen, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erklärte Priester Branz, dass wir alle ein wenig wie das verlorene Schaf seien, weil auch wir nicht immer alles richtig machen. Dann sei es wichtig, um Vergebung zu bitten und es beim nächsten Mal besser zu machen. Der liebe Gott schenke uns den Mut und die Entschlossenheit, das Richtige zu tun.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem Schlusssegen sangen alle gemeinsam ein „Happy Birthday“ für die Kinder, die seit dem letzten Kindergottesdienst Geburtstag hatten. Als Erinnerung an den Gottesdienst erhielt jedes Kind ein Lineal mit der Aufschrift „Gott ist bei Dir, du kannst mutig sein“.

Ein fröhlicher Abschluss beim Sommerfest

Im Anschluss an den Gottesdienst ging es direkt mit dem gemeinsamen Sommerfest weiter. Auch das regnerische Wetter konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun: Kurzerhand wurden die geplanten Aktivitäten in die Innenräume verlegt und dort verschiedene Spielstationen für die Kinder aufgebaut. Mit viel Begeisterung wurde gespielt, ausprobiert und gemeinsam gelacht – die Kinder hatten sichtlich großen Spaß. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Bei Grillwurst und vielen weiteren mitgebrachten Speisen blieb außerdem genügend Zeit für Begegnungen, Gespräche und ein gemütliches Beisammensein. So fand der erste KiGo+ nach den Sommerferien einen fröhlichen und gelungenen Abschluss.

25. September 2026
Text: Anja Steinwender, Carsten Schweczko
Fotos: Ralph Meinberg

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