Am Sonntag, den 19.09.2021, fand im Chorforum Essen im Rahmen eines Gottes-dienstes der Neuapostolischen Kirche die, pandemiebedingt zeitlich verschobene, diesjährige Konfirmation der Konfirmandin und der Konfirmanden der Gemeinde Essen-Rüttenscheid statt.
Die Gemeinde Essen-Rüttenscheid, bald Teil der neu formieren Gemeinde Essen- Mitte, feiert während einiger Zeit im Chorforum ihre Gottesdienste, da deren Kirchengebäude derzeit neu erbaut wird.
Dem Gottesdienst lag das Textwort aus 2. Thessalonicher 3 Vers 3 zugrunde:
„Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen.“
Evangelist Christian Drawe leitete den Konfirmationsgottesdienst für die vier jungen Christen, deren Namen auf dem Podest vor dem Altar symbolisch aufgestellt waren.
Es muss – nicht bei Gott!
Er nahm in seiner Predigt zunächst Bezug auf die Antwort eines der Konfirmanden, die dieser ihm auf die Frage „Wie geht es?“ vor dem Gottesdienst kurz mit „Es muß“ beantwortet hatte. Er erklärte, dass es bei Gott keinen Zwang gebe. Vor dem Hintergrund, dass heute von den Konfirmanden durch die Abgabe des Konfirmationsgelübdes vor Gott aber eine Entscheidung getroffen wird, sei es schön, wenn in Erfüllung dieser Entscheidung freiwillig der Vorsatz entstehe: „Weil ich mich entschieden habe, muß es!.
Er legte dar, dass Gott einen Jeden bei allen Entscheidungen begleiten will und forderte die Konfirmanden auf, solche Entscheidungen mutig zu treffen und selbst mitzugestalten. Wenn sicher auch einmal Fehlentscheidungen getroffen werden, setze an dieser Stelle Gott ein. Auch wenn in jedem Verlauf des Lebens Zeiten kommen in denen man fragt, wo ist Gott nun?, sollen wir sicher sein: er ist doch da und wie im Textwort gesagt „treu“. In solchen Situationen sei es wichtig, dass man sich Gott anvertraut und darauf vertraut, dass Jesus Christus der größte Freund der Menschen und dazu von Gott zu uns gesandt worden ist.
Wie stärkt Gott?
Der Amtsträger stellte die Frage wie Gott es mache, uns zu stärken und zu bewahren und nannte dazu verschiedene Möglichkeiten:
Durch den Heiligen Geist, dessen Gabe wir empfangen haben, kann er gute Gedanken geben, die uns selbst und der Gesellschaft gut tun können.
Durch sein Wort im Gottesdienst, wo wir seine Meinung hören und darüber reflektieren können.
Durch die Gemeinschaft von Christen, wo die Möglichkeit besteht sich darin einzubringen und mitzugestalten. Jesus habe die Liebe gestiftet, aber er brauche dazu uns als Menschen, um sie zu erfüllen. Dazu bedürfe es besonders der jungen Menschen, da sie die Zukunft seien.
Durch das Gebet, weil nur wer bete auch Gebetserhörungen haben kann, die stärken.
Durch das heilige Abendmahl, weil wir darin erkennen können, dass Jesus Christus, der Gott aber auch ganz Mensch war, unser Verhalten nachvollziehen und mitempfinden kann.
Gestärkt den Weg gehen
Nach diesen Erläuterungen beantwortete der Evangelist die Frage, wozu wir denn diese Stärkung brauchen und gab die Antwort darin, dass es das Ziel sei, unseren Lebensweg als starke Christen zu gehen. Das Ziel dieses Weges sei zum einen ein angenehmes und sicheres Leben, aber auch und zuletzt den Weg bis zum Ziel zu Ende zu gehen. Dieses Ziel sei das Ziel aller Christen, gestärkt durch Gott an die Wiederkunft Jesus Christus glauben zu können und diese zu erleben.
Auch mal den Windschatten nutzen
Priester Arnd Filler, Jugendbeauftragter der Gemeinde, wies in seiner Predigtzugabe als Beispiel auf Apostel Paulus hin, der selbst in persönliche Bedrängnisse kam. Gott habe ihn darin in der Erkenntnis gestärkt und Paulus habe sich daraufhin dazu umentschieden, ab sofort der christlichen Sache zu dienen. Er bezeichnete Paulus als eine Art Sportsmann, der ein Ziel hatte und den Vorsatz in sich trug, durchzuhalten. Er ermunterte die Konfirmanden gleichermaßen im Sinne eines „Team Sport Geistes“ im Glauben durchzuhalten. Das gelinge dadurch, dass wir uns auch einmal in den Windschatten eines anderen flüchten. Dort seien wir dann auch einmal Gezogene. Ein anderes Mal seien wir dann wieder Ziehende für die Begleiter. So bestehe die größtmögliche Wahrscheinlichkeit gemeinsam bis zum Schluss ins Ziel zu laufen, welches der Evangelist Drawe ja beschrieben habe.
Nachdem der Seelsorger den Konfirmanden in persönlicher Ansprache nochmals vor Augen geführt hatte, dass Sie auf dem weiteren Weg, der gleichzeitig untrennbar verbunden Lebens- und Glaubensweg sei, nicht alleine, sondern von liebenden Menschen und wohlwollenden Gedanken umgeben seien, sprachen die jugendlichen Christen vor den versammelten Gottesdienstbesuchern, die sich dazu von ihren Plätzen erhoben hatten, und vor Gott ihr Konfirmationsgelübde. Ihnen wurde anschließend durch den Amtsträger der Segen Gottes dazu vermittelt.
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