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Bezirksapostel Storck besucht Essen: Ich kenne dich und ich bin mit dir

 

Der Bezirk Essen konnte sich am Sonntag, dem 22. November 2020 über einen Gottesdienst mit Bezirksapostel Rainer Storck freuen. Er besuchte die Gemeinde Rüttenscheid, die während des Kirchenneubaus ihre Gottesdienste im ChorForum feiert. Der Gottesdienst wurde in alle Essener Gemeinden übertragen.

Als Grundlage des Gottesdienstes diente das Bibelwort aus Johannes 20,13: “Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst Du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

Bezirksapostel Storck ging zunächst auf den Kontext der Bibelstelle ein und erläuterte, dass es hier um Jesu und Maria Magdalena gehe. Zu Jesu Lebzeiten gehörte Maria zu einer Gruppe von Frauen, die Christus nachfolgten und mit für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten. Maria war also eine treue und enge Begleiterin Jesu, die ihm auch - als eine der Wenigen – bei seiner Kreuzigung nicht von der Seite wich. Sie war es, die früh am Ostermorgen als erste Jesu Grab besuchte. Hier überwältigten sie die Emotionen; Maria weinte – sie fühlte sich alleine, sie vermisste Jesu. In dieser Situation erschienen ihr zwei Engel und stellten ihr die Frage aus dem zugrunde liegenden Bibelwort. Maria wendete sich um und sah einen Mann, von dem sie annahm, er sei der Gärtner. Sie erkannte Jesu nicht. Erst an der Art, wie er ihren Namen sagte, erfasste sie ihn als ihren Herrn.

Jesus steht immer an deiner Seite

Bezirksapostel Storck bezog die Bibelstelle auf die heutige Zeit: Auch heute gebe es Maria Magdalenas in den Gemeinden, also treue Christen, die durch finanzielle und zeitliche Opfer sowie mit hohem persönlichen Engagement dem Herrn folgten. Und die dennoch an einen Punkt gelangen können, wo es nicht mehr weiter geht. Wo Trennung und Trennungsschmerz erlebt werden müssen, wo man sich einsam und verlassen fühlt, wo Tränen fließen. Der Bezirksapostel wandte sich stellvertretend an die Senioren, die als Glaubensmütter und –väter in der Vergangenheit viel Gutes getan haben und nun vielleicht seit Monaten keinen Präsenzgottesdienst mehr erleben können, denen dadurch die Nähe und Gemeinschaft fehlt, die sich alleine fühlen. Ihnen sicherte er zu, dass auch heute für sie die Zusage von Jesu Nähe gelte und sie zuversichtlich in die Zukunft schauen dürften.

Fehler, die sich einem wie ein Mühlstein anhaften, nannte Bezirksapostel Storck als einen weiteren Anlass für Tränen. Beispielhaft führte er Petrus an. Dieser enge Jünger Jesu hatte ihn ausgerechnet in der Nacht seiner Festnahme und Verurteilung dreimal verleugnet. Petrus schämte sich dafür zutiefst „und er weinte bitterlich“. Ihm sei es überhaupt nicht gut gegangen mit seiner Tat. Allerdings hätte Jesus ihm keine Vorwürfe gemacht, sondern Petrus stattdessen dreimal gefragt, ob er ihn lieb habe. Nach Petrus Bestätigung seiner Liebe berief Jesus ihn zum Dienst: „Weide meine Schafe, weide meine Lämmer“. Der Bezirksapostel betonte, dass wir auch heute noch auf diese Liebe und Güte Jesu Christi zählen könnten, dass er immer an unserer Seite sei und bleibe.

Der Tod hat an Endgültigkeit verloren

In seinem Predigtbeitrag wies Apostel Thorsten Zisowski darauf hin, dass der Bezirksapostel diesem Gottesdienst am Totensonntag ein österliches Bibelwort zugrunde gelegt habe. Er unterstrich dies als Zusage, dass der Tod seine Endgültigkeit verloren habe.

Mit Bezug auf den Hinweis des Bezirksapostels auf Petrus ergänzte er, dass Jesus uns ebenso gut wie einst Petrus kenne: Unsere Erfolge ebenso wie unsere Misserfolge und auch den Bereich von uns, den wir vielleicht niemandem zeigen – unser stilles Schämen, die stillen Tränen, die Taten, zu denen wir in Selbstanklage immer wieder zurückkehren und uns selbst nicht verzeihen können. Er forderte einen jeden dazu auf, der Reaktion von Jesu auf Petrus Versagen zu folgen und sich selbst versöhnungsbereit gegenüberzustehen.

Befreiung und Linderung durch Öffnung

Bei der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl stellte Bezirksapostel Storck die befreiende Wirkung des Weinens in den Mittelpunkt. Er stellte das Weinen als einen wichtigen Vorgang des Herauslassens von Kummer und Sorgen dar, des sich Öffnens. „Ein Vorgang, der gut tut und befreit“, so der Bezirksapostel in der Predigt. Er unterstrich im Weiteren den Schaden, den ungeteilter Kummer im Inneren eines jeden Menschen – und für Außenstehende oft nicht wahrnehmbar - anrichte und motivierte die Gemeinde, sich zu öffnen: Sei es durch ein Gespräch mit einer vertrauten Person und auch durch die Öffnung gegenüber dem Sakrament des Heiligen Abendmahls.

Sakrament der Heiligen Versiegelung

Im Anschluss an den Predigtteil versiegelte Bezirksapostel Storck zwei Seelen und bezeichnete dies als besonderes Fest für die Gemeinden und den Essener Bezirk. Er ging in seiner Ansprache auf die grundsätzliche Bedeutung des Sakraments ein und erläuterte, warum dieses in der Neuapostolischen Kirche nach Vollzug der Heiligen Wassertaufe zusätzlich gespendet werde: So erfolge die Heilige Versiegelung mit Bezug auf das Wort Gottes: „Du sollst wiedergeboren werden aus Wasser und Geist“. Diese Geistestaufe vertiefe das Verhältnis zu Gott und schaffe durch die entstehende „Gotteskindschaft“ ein enges Vater-Kind-Verhältnis, mit dem auch eine  Erbberechtigung und das Recht auf Teilhabe an Gottes Herrlichkeit einhergehe.

Rund 150 Gemeindemitglieder nahmen vor Ort und per Telefoneinwahl an dem Gottesdienst teil, der zusätzlich in alle Essener Gemeinden per IPTV und über einen geschlossenen Youtube-Kanal übertragen wurde.

23. November 2020
Text: Heidi Bahr
Fotos: Jan Hollbrögge

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