Für alle Essener Gemeinden feierte Bezirksapostel Rainer Storck einen Gottesdienst am Mittwoch, den 8. August 2018 in Rüttenscheid. Ein neuer Vorsteher wurde für die Gemeinde Überruhr beauftragt.
Priester Ralf Schönert ist neuer Gemeindevorsteher in Überruhr. Bereits seit 1981 ist er in verschiedenen Amtsstufen in der Gemeinde tätig. „Ein Überruhrer Urgestein“, so Bezirksapostel Storck in seiner Ansprache. Für die neue, mit mehr Verantwortung verbundene Aufgabe solle ein Schwerpunkt auf der Seelsorge liegen. „Ich binde jede einzelne Seele aus der Gemeinde an dein Herz,“ gab der Bezirksapostel dem neuen Gemeindevorsteher mit auf den Weg. Er dankte auch dem vormaligen Gemeindevorsteher, Priester Arndt Meiswinkel, sowie Priester Markus Langendorf, der die Gemeinde kommissarisch geführt hatte, für ihre Arbeit in Überruhr.
„Habt Öl bei euch“
Zu Beginn seiner Predigt erinnerte Bezirksapostel Storck an einen Gottesdienst, den Stammapostel Walter Schmidt vor genau 47 Jahren in Essen gehalten hat. Dieser Gottesdienst habe bei den Teilnehmern bis heute Eindruck hinterlassen; dies zeigten zahlreiche Zuschriften, die der Bezirksapostel im Vorfeld des Gottesdienstes erhalten habe. Stammapostel Schmidt gab den Gottesdienstteilnehmern damals den Rat „Habt Öl bei Euch“. Dieser Rat entstammt dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Matthäus 25,1-13). Jesus sprach in diesem Bild von zehn Jungfrauen, die auf den Bräutigam warteten. Zunächst war kein Unterschied zwischen den Frauen zu erkennen. Sie warteten, wurden müde und schliefen schließlich ein. Als der Bräutigam kam, wurde der Unterschied sichtbar: Die klugen Jungfrauen hatten Öl für ihre Leuchter und konnten so auf der letzten Wegstrecke dem Bräutigam entgegen und in den Hochzeitssaal eingehen. Die Törichten hatten kein Öl gesammelt, kamen zu spät, und ihnen wurde der Eintritt in den Hochzeitssaal verwehrt.
Dieses Gleichnis sei heute aktueller denn je, so Bezirksapostel Storck. Im Laufe des Glaubenslebens könne man müde werden. Das Öl sei ein Sinnbild für das Wort Gottes. Entscheidend sei die Bereitschaft, das Wort Gottes anzunehmen und umzusetzen. Das gebe Orientierung auf der letzten Wegstrecke.
Geistliche Trübsal
Weiter ging der Bezirksapostel auf das dem Gottesdienst zugrunde liegende Bibelwort aus 2. Korinther 4,17 und 18 ein: „Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“
Bezirksapostel Storck erläuterte, dass Paulus hier nicht über Leid im irdischen Leben sprach. Es ging ihm vielmehr um geistliche Trübsal, die sich in der damaligen Gemeinde in Korinth in Streitigkeiten um Kompetenzen äußerte. Geistliche Trübsal entstehe heute beispielsweise durch tägliche Versuchungen, Dinge zu tun, durch die das Evangelium in den Hintergrund gerate. Jesus Christus nachzufolgen bedeute, gemeinsam mit ihm zu leiden, an sich selbst zu arbeiten und zu verzichten. Die Orientierung an Jesus und die Gemeinschaft mit ihm im Heiligen Abendmahl erleichtere dann auch das Ertragen irdischer Trübsal.
Apostel Wilhelm Hoyer bereitete die Gemeinde auf das Heilige Abendmahl vor. Er sprach besonders die Reue an, die in der Seele stehe, wenn das Gute dem Bösen unterlegen sei. „Liebe auch diejenigen, die dich nicht lieben.“ so der Rat des Apostels.
Heilige Versiegelung und Ruhesetzungen
Vor dem Heiligen Abendmahl spendete Bezirksapostel Storck zwei Kindern das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Dies sei kein Formalismus, sondern Teil der im Evangelium Jesu Christi beschriebenen Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Er gab den Eltern den Rat, dafür zu sorgen, dass die Gabe des Heiligen Geistes sich in den Kindern entwickeln und in ihnen leben könne.
Abschließend versetzte der Bezirksapostel Priester Dirk Bruder aus der Gemeinde Rüttenscheid und Priester Wolfgang Stachowiak aus der Gemeinde Steele – beide nach fast 40jähriger Amtstätigkeit – in den Ruhestand. Beiden attestierte er Glaubensstärke, gewurzelt im Evangelium, Authentizität sowie Loyalität und Vertrauen.
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