In der Kirche der Gemeinde Essen-Mitte fand am Mittwoch, dem 12.11.2025, ein Gottesdienst in abendlicher Atmosphäre in lila-blauen Farbtönen, durchzogen von dem gelben Flackern vieler Kerzen statt - gehalten vom Vorsteher der Gemeinde, Priester Michael Sokoll.
Den Einstieg in die Predigt eröffnete Priester Sokoll mit der Frage, wie das Bibelwort aus der Offenbarung des Johannes 19,7: „Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet.“ zu der besonderen Atmosphäre des Abends und der Anspannung der Woche passe.
Freude trotz Fehler
Bezugnehmend auf die aufgeworfene Frage wandte sich der Gemeindevorsteher zunächst dem zu, das die Freude auslöse. Dies ist – dem Bibelwort entsprechend – die Hochzeit mit Jesus und seine Wiederkunft. Allerdings sei für einen jeden von uns Menschen fraglich, ob wir denn überhaupt von Christus angenommen werden. Schließlich seien Sorgen da, wenn wir unsere Fehler sehen. „Warum sollte er uns eigentlich annehmen?“ – so die Frage des Priesters. Die Antwort darauf liege bereits darin, die eigenen Fehler zu erkennen, sie zu korrigieren und demütig im Glauben zu leben. Dies schaffe Nähe zu Christus - aus den Sakramenten, dem Willen und der Bereitschaft, im Glauben jeden Tag einen Schritt auf Jesus zuzumachen.
Doch sei es ein Paradoxon, so Priester Sokoll, dass es Freude auslösen solle, wenn man die eigenen Unzulänglichkeiten sehe. Die Freude, so seine Ausführungen, sei die Folge aus der Berührung mit Jesus und dem Tiefgang mit Gott. Berührung und Tiefgang entstünden gerade durch die Demut und das Leben im Glauben sowie der Nähe zu Christus.
Freude im Alltag
Als Antwort auf die Einstiegsfrage richtete Priester Sokoll den Blick in die Gegenwart. So habe man sicherlich viele Sorgen, doch die Freude auf Christus helfe durch alle Lebenslagen.
In seinem Predigtbeitrag äußerte Priester Dirk Makowski, Vorsteher der ebenfalls anwesenden Gemeinde Essen-Ost, mit Blick auf die Freude den Gedanken, dass es sich um eine innere Freude handele. Niemand könne immer die Freude nach außen tragen. Mit dem Verweis auf den Ausspruch Christi: „Ihr seid das Licht der Welt“ sei es aber unser Ziel, die innere Freude möglichst zu verbreiten – durch das Dasein für andere.
Priester Ralf Schönert, Vorsteher der Gemeinde Essen-Überruhr, die auch Teil der Gottesdienstgemeinde war, stellte zum Abschluss des Predigtteils dar, dass die Hochzeit mit Christus keine Lotterie sei. Wer Braut sein werde, stehe uns heute schon offen. Wer glaube und sich von Gott helfen lasse, werde angenommen.
Der Gottesdienst - wie auch der gesamte Abend davor und danach - waren geprägt durch die ruhige Wärme der Kerzen, abendliche Lieder, musikalische Beiträge und Impulse sowie von einem gemeinsamen ruhrgebietsechten Abendessen mit Currywurst.
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