„Komm?! – Es ist Zeit, Gutes zu tun.“ Unter diese Überschrift stellte der Gemeindevorsteher Priester Michael Sokoll einen Gemeindeabend, den die Gemeinde Essen-Mitte am Dienstag, dem 10. Juni 2025 erlebte. Etwas mehr als zwei Jahre nach der Gründung der Gemeinde war es an der Zeit, auf die bisherige gemeinsame Zeit zurückzublicken und für die Zukunft zu planen.
65 Gemeindemitglieder in der Kirche und 27 Teilnehmer per IPTV nahmen an dem Gemeindeabend teil. Für die Anwesenden vor Ort ergab sich durch eine zufällige Sitzordnung die Möglichkeit, mit Glaubensgeschwistern ins Gespräch zu kommen, mit denen sich dies bisher nicht ergeben hatte. Als „Eisbrecher“ diente dazu die Frage: „Welche Bibelstelle oder welches Zitat hat dich in deinem Leben besonderes inspiriert?“ Jeder Teilnehmer konnte eine Bibelstelle, die für ein Gemeindemitglied eine besondere Bedeutung hat, mit nach Hause nehmen.
Geistlicher Impuls
Priester Sokoll eröffnete den Gemeindeabend mit Fragen an die Gemeindemitglieder: „Wie präsent ist bei dir die Wiederkunft Christi? Wer denkt als erstes morgens an die Wiederkunft Christi?“ Auf diese Fragen könne jeder für sich selbst eine ehrliche Antwort geben, so der Gemeindevorsteher. Die Wiederkunft Christi müsse der zentrale Inhalt der Gemeinde sein, und vor diesem Hintergrund können alle Dinge, auch die Themen des Gemeindeabends, eingeordnet werden. Priester Sokoll riet dazu, „Nebenbaustellen“ beiseite zu legen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er bezog sich auf das Bibelwort aus Offenbarung 22,17: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!“ „Lasst uns versuchen, „Komm“ wieder mehr in die Mitte zu rücken.“ so sein Wunsch an die Gemeinde.
Rückblick und Ausblick
Im März 2023 war die Gemeinde Essen-Mitte durch Zusammenlegung der Gemeinden Frohnhausen, Rellinghausen und Rüttenscheid gegründet worden. Weihnachten 2023 folgte der Einzug in das neue Kirchengebäude an der Franziskastraße. In seinem Rückblick stellte der Gemeindevorsteher fest, dass viele Aufgaben, die damit verbunden waren, in den ersten zwei Jahren erledigt werden konnten. Die Themen waren vielfältig und reichten von der Organisation der Seelsorge und Krankenbedienung über Abstimmungen zur Musik und Seniorenbegleitung bis hin zur Planung der Kirchenreinigung und Pflege der Außenanlagen. Noch in Arbeit sind vor allem mit dem neuen Gebäude verbundene Themen, insbesondere Akustik- und Sichtprobleme.
Priester Sokoll fasste den derzeitigen Stand zusammen: „Wir haben den Brocken geschafft, wenn auch nicht so schnell, wie erhofft. Letzte Schliffe sind jetzt noch erforderlich.“ Sein Ausblick ist positiv: Auf dem bisher Erreichten könne aufgebaut werden und sich das Potenzial der Gemeinde entfalten. Es bestehe nun die Chance, Schwerpunkte zu setzen und mehr Kreativität zu zeigen. Der Fokus dabei sei das geistliche Wachstum nach innen und außen.
Seelsorge, Organisation und Administration
In der Gemeinde arbeiten zwei Teams: Das „A-Team“, ein Gemeindegremium nach der Rahmenrichtlinie der Gebietskirche Westdeutschland und zuständig für administrative Aufgaben, sowie das „O-Team“, das sich als Initiator für Aktionen und die Gestaltung des Gemeindelebens sieht. Jennifer Hopp und Britta von Oppenkowski blickten auf die Arbeit der Teams in den letzten zwei Jahren zurück und gaben einen Ausblick in die Zukunft. Wichtig dabei für beide Teams: Vielfalt und Miteinander in der Gemeinde zu stärken und zu fördern, die Öffnung der Gemeinde nach Außen zu bewirken und Impulse auf unterschiedlichen Ebenen zu geben.
„Lust auf Seelsorge“ – Diese Aussage von Stammapostelhelfer Helge Mutschler (vgl. nac.today) wählte der Gemeindevorsteher als Ausgangspunkt für seine Ausführungen zur Seelsorge. Sich um den anderen zu kümmern, Freude zu teilen und in Notsituationen geistlich füreinander da zu sein, sei Aufgabe der ganzen Gemeinde. Zudem empfahl er, Angebote zu Seelsorgegesprächen anzunehmen und Bedürfnisse anzusprechen.
Sichtweisen – Einander verstehen
In die Freude und Dankbarkeit über den Kirchenneubau mischen sich auch Probleme, z.B. mit Akustik, Sicht und Technik. Sechs Gemeindemitglieder stellten ihre Sichtweise zum Kirchengebäude dar und verdeutlichten damit, dass es ganz unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die Situation zu bewerten - jeder kann seinen eigenen, persönlichen Standpunkt einnehmen.
Im Vorfeld des Gemeindeabends hatten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit, ihre Fragen und Themen einzureichen. Eva Hillen, Britta Leippe und Michael Sokoll beantworteten diese Fragen, die verschiedene Bereiche abdeckten: den Wunsch nach Seelsorgerinnen in der Gemeinde, den Umgang mit Kritik, organisatorische Themen, Fragen zur Öffnung der Kirche nach außen und für neue Sichtweisen.
Viel erreicht
Zum Abschluss des Gemeindeabends dankte Priester Sokoll allen, die sich in bunter Vielfalt in der Gemeinde beteiligen. Er rief dazu auf, gemeinsam und offen das noch Fehlende zu überwinden. Dabei sei das „innere Feuer“ wichtiger als Taten; ohne den Ruf „Komm“ mache Gemeinde keinen Sinn. Das Fazit des Gemeindevorstehers: „Wir haben alles, damit es sehr gut wird.“
Die vielen Aspekte und Impulse des Abends konnten die Teilnehmer anschließend bei Essen und Trinken weiter vertiefen.
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