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Themenabend in Essen-Mitte: Die Lehre der zukünftigen Dinge

 

Gleiches Thema, gleiche Atmosphäre, anderes Format – nach dem Gottesdienst im Kerzenschein am Mittwochabend waren einen Tag später, am Donnerstag, dem 13. November 2025, die „zukünftigen Dinge“ Inhalt eines Themenabends in der Kirche Essen-Mitte.

Die Kerzen und die Beleuchtung des Vorabends (wir berichteten) sorgten auch an diesem Abend für eine warme und ruhige Atmosphäre in der Kirche. Priester Michael Sokoll, Vorsteher der Gemeinde Essen-Mitte, nahm einleitend zu diesem Themenabend Bezug auf das Jahresmotto, in dem Stammapostel Jean-Luc Schneider dazu aufruft, auch sich selbst Gutes zu tun und sich mit seinem Heil zu beschäftigen. „Je mehr du dich mit deinem Heil beschäftigst, umso mehr kommst du ins Staunen.“ so der Priester und warb dafür, den Glauben zu reflektieren und mehr über das Evangelium zu sprechen. So könne dieser Abend dazu beitragen, Begeisterung zu erzeugen, Klarheit über das neuapostolische Profil zu verstärken und mögliche Irrtümer auszuräumen.

Hier und Jetzt

„Diesseits“, „Jenseits“, „Himmel“ – Priester Sokoll sortierte zunächst Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht immer ganz trennscharf verwendet werden. Die Aufgabe der Kirche und der Apostel sei die Vorbereitung der Seelen auf die Wiederkunft Christi. Diese Arbeit geschehe im Diesseits und erstrecke sich ins Jenseits. Mit der Wiederkunft Christi ende der Auftrag der Kirche und der Apostel. Das Jenseits dürfe aber nicht mit dem verwechselt werden, was häufig als „Himmel“ bezeichnet werde, führte der Priester weiter aus. Der „Himmel“ werde erst mit der Ersten Auferstehung erreicht, der „Hochzeit im Himmel“.

Sonnenfrau

Verschiedene Bilder mit gleicher Bedeutung – Kind und Knabe, Erstlinge, 144.000, (Aus)Erwählte, Braut. Priester Sokoll erläuterte, dass diese Begriffe eine bestimmte und in der Anzahl begrenzte Gruppe bezeichnen, die von Gott erwählt ist. Kennzeichen dieser Gruppe sind die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung, das tiefe Sehnen und Erwarten der Wiederkunft Christi sowie der bedingungslose Versuch, das Leben nach dem Evangelium auszurichten. Diese Gruppe entwickelt sich aus der Sonnenfrau, die ein Bild für die Kirche Christi im Diesseits und im Jenseits ist, für alle Gläubigen, die sich zu Jesus Christus bekennen, seinen Glauben leben und sich auf seine Wiederkunft vorbereiten.

Hochzeit im Himmel und große Trübsal

Gleichzeitig stattfindende Ereignisse sind die Hochzeit im Himmel und die große Trübsal auf der Erde. Priester Sokoll erklärte dazu: Während die zu Christus Entrückten einen neuen Leib, den Auferstehungsleib, erhalten und mit ihm für einen bestimmten Zeitraum die Hochzeit im Himmel feiern, geht das Leben auf der Erde weiter, nun aber ohne Gottes Eingreifen. Dies bedeutet, dass der Satan seine Macht entfalten kann und die Menschen dieser Macht vollständig ausgesetzt sind. Die nicht zu den Erstlingen, aber zur Sonnenfrau gehörenden Menschen finden während dieser Zeit Schutz in der „Wüste“, d.h. sie erleben Entbehrung und Drangsal, werden aber von Gott versorgt.

Erste Auferstehung und Friedensreich

Erst nach der Hochzeit im Himmel wird Jesus auf die Erde zurückkehren und dort sein Friedensreich aufrichten. Die Braut und die Märtyrer, d.h. solche, die sich während der großen Trübsal zu Christus bekennen und dafür ihr Leben lassen, werden im Friedensreich als königliche Priesterschaft mit Christus regieren und die frohe Botschaft verkünden. Der Satan ist während dieser Zeit gebunden, bis er zum Abschluss des Friedensreichs noch einmal freigelassen wird. Dies gibt ihm eine letztmalige Chance, die Menschen zu verführen. Danach wird er endgültig bezwungen, und das Böse ist auf ewig unwirksam.

Endgericht

Nach dem Friedensreich wird das Jenseits aufgehoben. Die Toten werden auferstehen, und alle Menschen – mit Ausnahme der königlichen Priesterschaft – werden von Gott gerichtet. Nach der Einstellung zu Jesus Christus wird Gott über das ewige Leben bei ihm in einer neuen Schöpfung oder über ewige Gottferne entscheiden. "Dabei wäre die Vorstellung eines reinen Strafgerichts falsch. Im Endgericht ist auch die völlige Heilserlangung durch Gott möglich - auch für alle Seelen, die nicht Teil der Brautgemeinde waren." so Priester Sokoll.

Neuapostolisches Glaubensbekenntnis

Die „zukünftigen Dinge“ sind Gegenstand des neuapostolischen Glaubensbekenntnisses und insbesondere im achten und neunten Glaubensartikel (www.nak.org) dargelegt. Hier werden die Ereignisse ab der Wiederkunft Jesu sowie die Voraussetzungen für die Erlangung der Erstlingsschaft beschrieben.

Im Anschluss an die Ausführungen von Priester Sokoll hatten die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dabei wurden einige Aspekte des Vortrags weiter vertieft, beispielsweise der Zeitpunkt der Rückkehr Jesu auf die Erde und der Erlangung des Auferstehungsleibs sowie die Notwendigkeit der Taufe und Versiegelung. Die zahlreichen Fragen zeigten, dass der Abend viele Impulse zum Nachdenken und zu weiterführenden Gesprächen gegeben hat.

17. November 2025
Text: Britta Leippe
Fotos: Frank Eicker

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