In der Gemeinde Überruhr herrschte am 18. und 19. Januar 2019 reger Betrieb. Die jungen Christen der Gemeinde hatten zu einem 24-Stunden-Gebet eingeladen.
Zu jeder vollen Stunde ein Gebet – jeweils mit einem unterschiedlichen Schwerpunkt und von wechselnden Betern vorgetragen – das waren die Hauptmerkmale, die sich die Jugendlichen der Gemeinde Überruhr im Vorfeld überlegt hatten. Die Zeit zwischen den Gebeten sollte interessant und ansprechend gestaltet werden. Deshalb organisierte die Jugendgruppe ein Programm für Jung und Alt.
Der Vorsteher der Gemeinde, Priester Ralf Schönert, sprach pünktlich um 16 Uhr am Freitag das Auftaktgebet. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich ungefähr 40 Gläubige in der Kirche eingefunden und freuten sich über die reichhaltige Verpflegung und die musikalischen Vorträge. Im Rahmen eines kleinen Basars wurden Marmeladen, selbstgemachte Grußkarten und weitere Artikel verkauft.
Gastbeter
Fünf Minuten vor jeder vollen Stunde wurden die Anwesenden durch das Erklingen einer Glocke daran erinnert, dass das nächste Gebet anstand. Neben den Gemeindemitgliedern, die sich im Vorfeld für ein bestimmtes Gebet entschieden und darauf eingestimmt hatten, konnten die Organisatoren Gastbeter willkommen heißen. So sprach beispielsweise Frank Schuldt, zuständig für das Referat Öffentlichkeit in der Gebietskirche Westdeutschland, das 17 Uhr-Gebet.
Viele Gespräche und Emotionen
Während in einer Gesprächsrunde mit dem Bezirksältesten Martin Hoyer das Jahresmotto „Reich in Christus“ im Mittelpunkt stand, bereiteten die Kinder ihr Stockbrot über dem Feuerkorb. Aber auch das Stockbrot musste zur Seite gelegt werden, denn schnell war eine Stunde vergangen und das nächste Gebet stand an. Ob der Schwerpunkt auf unerlöste Seelen gelegt wurde, die Gedanken und Fürbitten an Verfolgte gerichtet waren oder Kranke und Notleidende im Mittelpunkt standen, die Gebete waren stets mit vielen Informationen und Emotionen gefüllt – seien sie noch so kurz oder lang gewesen.
Gebetsecke
Als der letzte Gastbeter, ein Jugendbetreuer aus der Gemeinde Altenessen, um 2.30 Uhr in der Nacht die Kirche verließ, war die neunköpfige Jugendgruppe für einige Stunden allein und sprach die Gebete in der dazu hergerichteten Gebetsecke, welche unter dem Kreuz eingerichtet wurde. Um kurz nach sieben Uhr kamen die ersten Gemeindemitglieder dann schon mit frischen Brötchen in das Kirchengebäude an der Überruhrstraße zurück.
Musikalischer Vormittag
Nach dem 10 Uhr-Gebet begann ein musikalischer Teil, welcher vom Kinder- und Frauenchor der Gemeinde gestaltet wurde. Eine gemeinsame Liederstunde mit allen Anwesenden war ebenfalls Teil des Programms. Die Kleinen konnten sich am Basteltisch kreativ einbringen, während von draußen schon wieder der Duft einer fertigen Bratwurst in das Kirchengebäude wehte.
Ökumenischer Nachmittag
Die letzten Stunden des 24-Stunden-Gebetes standen ganz im Zeichen der Ökumene. Den Anfang machte Pfarrer Gereon Alter, der aus der katholischen Nachbargemeinde St. Suitbert gekommen war und den Anwesenden erklärte, wie die katholischen Christen beten. Im Anschluss an das von ihm gesprochene Gebet stand Pfarrer Alter für einen ökumenischen Austausch zur Verfügung, welcher auf reges Interesse stieß.
Anschließend sprach der evangelische Pfarrer Markus Pein ein ökumenisches Gebet. Er hatte zudem Pfarrer Martin Prang sowie ungefähr 35 Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Nachbargemeinde mitgebracht. Auch hier folgte im Anschluss an das Gebet eine offene Frage- und Antwortstunde, in der sowohl die Konfirmanden als auch die neuapostolischen Christen der jeweils anderen Konfession Fragen stellen konnten.
Spendenziel erreicht
Diese 24-stündige Veranstaltung veranstalteten die jungen Christen der Gemeinde mit einem bestimmten Hintergrund. Vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2019 treffen sich ungefähr 30.000 Jugendliche zum Internationalen Jugendtag (IJT) der Neuapostolischen Kirche auf dem Messegelände in Düsseldorf. Dieser viertägige Jugendtag endet mit einem Gottesdienst im Düsseldorfer Rhein-Energie-Stadion. Um den Eigenanteil zur Teilnahme an dieser Veranstaltung zu senken, haben die jungen Christen der Gemeinde Überruhr während des 24-Stunden-Gebetes um Spenden gebeten.
Die rund 130 Besucher und Teilnehmer in Überruhr honorierten die Bemühungen der Jugendlichen reichlich.
Wiederholung erwünscht
Trotz aller organisatorischer Arbeit und Schlafentzug während des 24-Stunden-Gebetes war die Meinung der jungen Christen gleich: 2020 würden die Jugendlichen gerne nochmals ein 24-Stunden-Gebet auf die Beine stellen.
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