Für Ralf J. beinhaltete Sonntag, der 10. Juli 2016 ein ganz persönliches Lebensereignis: Seine Aufnahme in die Gemeinde Borbeck ist ein klares Bekenntnis zu Gott.
Das zentrale Thema dieses Gottesdienstes bildete die passende Klammer zum Ja von Ralf. Unter der Überschrift „Glaube an die Wiederkunft Christi” stellte Bezirksältester Martin Hoyer die Frage: „Glaubst du in dieser rationalen Zeit, dass Jesus wieder kommt?“ Bei der Beantwortung dieser Frage für jeden einzelnen Gläubigen komme der Kirche die elementare Aufgabe zu, einen solchen Glauben aufrecht zu erhalten und immer wieder mit neuen Argumenten zu füllen. Denn nur so können die Gläubigen auf die Wiederkunft Christi vorbereitet werden, so der Bezirksälteste. In seiner Predigt richtete er weitere Fragen an die Gemeinde: „Was müssen wir dafür tun? Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen?“ Immer vor dem Hintergrund, dass Gott am Ende entscheidet, wer mit dabei ist und wer nicht: Den Herrn im Herzen tragen, ihn mit dem Mund zu bekennen und sein Wort in die Tat umsetzen.
Nach dem Gottesdienst sprachen wir mit Ralf.
Hallo Ralf, herzlich willkommen in der Gemeinde Borbeck. Kannst Du das heute im Gottesdienst Gehörte so unterschreiben?
Das heutige Wort und die Predigt treffen genau das, was mich zur Rückkehr in eine christliche Gemeinschaft bewegt hat. Seitdem ich die Gottesdienste unserer Gemeinde in Borbeck besuche, erfahre ich jedes Mal auf ein Neues, dass Gottes Wort wahr ist und dass Gott immer da ist. Auch in schlimmen Phasen meines Lebens hat Gott mir immer wieder seine Hand gereicht. Oft habe ich sie nicht gesehen. Manchmal habe ich mich abgewandt, ich habe nicht verstanden, meine Seele war nicht frei. Heute weiß ich: Gott ist da, Gott ist mein Herr. Er reichte mir seine Hand, und ich nahm sie mit Freuden an.
Wie bist Du zur Neuapostolischen Kirche gekommen?
Durch ein Inserat lernte ich Anfang des Jahres meinen heutigen Lebenspartner Olaf kennen. Als unsere Gespräche auf den Glauben kamen, erlebte ich auf seine Einladung hin zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wieder einen Gottesdienst. Mit vielen Gedanken und Fragen verließ ich die Kirche und nahm mir den Katechismus mit, um Antworten zu finden. Nun begann ich auch wieder, ernsthaft und ehrfurchtsvoll zu beten. Gott hat mir sein Wort und sein Wirken in den Gottesdiensten und in meinen Gebeten offenbart. Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich Teil einer christlichen Gemeinschaft bin.
Du bist homosexuell. Bei dem Thema blocken viele Menschen auch heute in der “aufgeklärten” Zeit immer noch ab. Wie sind Deine Erfahrungen?
Ich habe in meinem Leben genug Ablehnung erfahren wegen meiner Orientierung. Heute stehe ich mit einem anderen Verständnis mir selbst gegenüber. Was mich mit meinem Partner verbindet ist Liebe. Und was ich in unserer Gemeinde erfahre ist Liebe. Was ich von Gott erfahre ist Liebe. Das ist das, was im Vordergrund steht und was zählt!
Wie sehen Deine weiteren Pläne aus?
Ich möchte Gott dienen mit dem, was ich an Werkzeug zur Verfügung habe. Ich bringe mich gern praktisch in die Mitarbeit ein, mir ist kein Handgriff unangenehm, wenn ich unserer Gemeinde und auch Gott damit dienen kann.
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