In der vorösterlichen Zeit wurde sie geboren und schnell in die Tat umgesetzt: die Idee einer wandernden Friedenskerze, welche durch die Gemeinden, Gruppen und Kreise der drei christlichen Kirchen im Stadtteil Essen-Überruhr wandert und die Menschen mit dem Thema Frieden beschäftigen soll.
Die Verantwortlichen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Gemeinde im südlichen Stadtteil von Essen waren auf der Suche nach etwas Verbindenden und Impulsgebenden fündig geworden: eine Friedenskerze. Noch vor Ostern wurde die Kerze samt Wachsplatten gekauft und an der Pforte eines Seniorenheimes hinterlegt, sodass das Ausleihen der Friedenskerze ohne Probleme möglich war. Ein Onlinekalender zeige die Verfügbarkeit an und bot die Möglichkeit, die Friedenskerze für den gewünschten Termin zu reservieren.
Start im Heinrich-Held Haus
Die individuell pflegebedürftigen Bewohner des Heinrich-Held Hauses waren mit Diakonin Ines Wilde die erste Gruppe, welche die Kerze mit Friedenssymbolen aus den beiliegenden Wachsplatten verzierte. Der katholische Gemeindereferent Johannes Nöhre und der evangelische Pfarrer Markus Pein nahmen die Friedenskerze mit in die Schulgottesdienste und sprachen mit den Schülern über den Frieden. Pfadfinder und Frauengruppen verzierten die Friedenskerze und schrieben Gedanken, Impulse, Gedichte und Lieder in das Begleitbuch.
Impulse fließen in Andacht
Am 15. März stand die Friedenskerze dann erstmalig in einer gemeinsamen ökumenischen Andacht im Mittelpunkt. In Anbetracht der Krisen, Kriege und Konflikte auf dieser Erde, baten die Teilnehmer Gott um Frieden und Beistand – so wie es auch ein vielfacher Wunsch war, welcher aus dem Begleitbuch hervorging.
Auch die Teilnehmenden des Impuls- und Bibelabend im Stadtteil Überruhr verbrachten einen gemeinsamen Abend mit der Kerze und sprachen über den menschlichen und den göttlichen Frieden.
Peace
Eine Friedentaube und das Peacezeichen auf der Friedenskerze gingen auf die Jugendgruppe der neuapostolischen Gemeinde zurück. Auch die Kinder der Gemeinde beschäftigten sich mit der Kerze und stellten sie in einem Gottesdienst am Altar auf, als es zur Feier des Heiligen Abendmahls ging – Friede sei mit euch, so die Botschaft.
Bekanntschaft machten auch die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen (ACK) mit der Überruhrer Friedenskerze. Pfarrer Gereon Alter und Pfarrer Markus Pein zogen mit der bunten Kerze bei einem Demonstrationszug für Frieden und Vielfallt in der Gesellschaft durch den Stadtteil.
Das Ende in der Friedenskapelle
Ob Andachten im Seniorenheim oder bei vielen weiteren Terminen, in der vergangenen Zeit sind viele Menschen der Friedenskerze begegnet und haben sich mit dem Thema Frieden auseinandergesetzt. All diese Menschen waren zu einem kleinen Friedensfest Ende April dorthin eingeladen, wo Bewohner die ersten Symbole des Friedens anbrachten: ins Heinrich-Held Haus.
Von der einst so großen und stolzen Kerze ist nun kaum mehr etwas übrig, denn sie brennt nun unter der Obhut der Ehrengarde in der Friedenskappelle von Überruhr ab. Hoch über der Ruhr an einem stillen Ort leuchtet dieses kleine Licht, welches vielen Menschen den Frieden etwas näher gebracht hat.
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