Ungefähr 400 Gläubige aus verschiedenen Essener Gemeinden versammelten sich am Sonntag, den 6. November 2016 in der Kirche in Rüttenscheid. Apostel Wilhelm Hoyer feierte hier den Gottesdienst zum Gedenken an die Verstorbenen.
„Das Entschlafenenwesen ist ein Reichtum unserer Kirche.“ Mit diesen Worten von Stammapostel Jean-Luc Schneider eröffnete Apostel Hoyer den Gottesdienst. Neuapostolische Christen glauben, dass Seele und Geist des Menschen nach dem Tod weiterleben. Sie glauben, dass es ein Jenseits gibt, auch wenn sich dies den Sinnen des Menschen nicht erschließe. Die biblische Grundlage dieses Glaubens liege darin, dass Jesus nach seinem Tod in die Bereiche derer gegangen sei, die zur Zeit Noahs, also Jahrhunderte vor Jesus lebten. Dies zeige, dass auch im Jenseits Veränderungen möglich seien, so der Apostel.
Hoffnung auf ein Wiedersehen
Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Johannes 16,22: „Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ Dieses Wort sei Teil der Abschiedsreden Jesu, erläuterte Apostel Hoyer. Jesus habe die Jünger wissen lassen, dass er sterben werde. Dies habe bei den Jüngern Traurigkeit und viele Fragen ausgelöst. Durch seine Worte habe Jesus den Jüngern Trost und die Hoffnung auf ein Wiedersehen vermittelt. Dieses Wiedersehen habe am dritten Tag nach Jesu Tod stattgefunden.
Auch uns werde durch das Evangelium die Hoffnung auf ein Weiterleben und ein Wiedersehen nach dem Tod vermittelt, so der Apostel weiter. Um dieses Heil zu erlangen, seien drei grundsätzliche Voraussetzungen zu erfüllen: Der Glaube an den Tod, die Auferstehung und die Wiederkunft Jesu Christi, die Hinnahme der Sakramente der Kirche Christi sowie das Gebot Jesu, Gott zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Abschließend formulierte Apostel Hoyer als Wunsch an die Gemeinde: „Ich wünsche, dass eine stille Freude aus dem Evangelium unsere Seele durchzieht trotz der Existenz des Todes.“
Jesus gibt dem Traurigen Freude
Bischof Manfred Bruns und Bezirksältester Martin Hoyer ergänzten die Predigt des Apostels. Bischof Bruns unterstrich die Hoffnung, die aus dem Glauben an die Liebe Gottes und an die Worte Jesu komme und die auch aus Traurigkeit in die Freude führen könne. „Wer an Jesus Christus glaubt, braucht den Tod nicht zu fürchten“, so der Bischof. Bezirksältester Hoyer griff die einleitenden Worte des Apostels auf und formulierte den Wunsch, dass jeder an den Reichtum des Entschlafenenwesens glauben könne.
Nachdem die Gemeinde das Heilige Abendmahl gefeiert hatte, sprach Apostel Hoyer ein besonderes Gebet zur Fürbitte für die Seelen in der jenseitigen Welt. Nach Beendigung des Gottesdienstes wies er in seinen abschließenden Worten besonders auf die Altardekoration hin. Fußspuren auf Sand, die zum Altar führten, waren hier in den Blumenschmuck eingebunden.
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