Eine besondere Atmosphäre herrschte am Samstagabend, dem 2. November 2024 in der stimmungsvoll beleuchteten Kirche in Essen-Altenessen. Mit Worten und Musik stimmten junge Christen aus dem Bezirk Ruhr-Mitte auf den Gottesdienst für Entschlafene am darauffolgenden Sonntag ein. Unter dem Motto „Glaube, liebe, hoffe“ ermöglichten sie den Anwesenden, Abstand vom Alltag zu nehmen und sich für einige Momente auf das Wesentliche zu besinnen.
Nach einem Gebet begrüßte eine junge Glaubensschwester die Zuhörerinnen und Zuhörer. „Glaube, liebe, hoffe“ – dies seien vertraut und einfach klingende, aber doch tiefgründige Worte. Sie lud die Anwesenden dazu ein, Texte und Musik auf sich wirken zu lassen und dadurch zu entdecken, was diese Worte uns sagen wollen.
Nie verloren
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Dieses Bibelwort aus Johannes 3,16 begleitete die Vorträge der Jugendlichen zum Thema „Glaube“. Eingeleitet durch das Lied „Der Heiland sorgt für dich“ trug eine Jugendliche eine Vorstellung vom Übergang von der diesseitigen in die jenseitige Welt vor. Dieser Übergang sei nicht das Ende, sondern der Anfang eines Lebens in einer neuen Dimension, die von Gott durchdrungen ist. Alles, was wir Menschen hier auf der Erde geglaubt habe, werde dort vollendet in der Gemeinschaft von Gläubigen, die auf die Wiederkunft Jesu warten. Der Tod trenne nicht; er verbinde auf einer tieferen Ebene, und Gebete reichen bis ins Jenseits.
Dieser Glaube an den im Tod liegenden Anfang eines neuen Lebens und die damit verbundene Hoffnung auf ein Wiedersehen kommt auch in dem Lied „Nun weiß ich, wo du bist“ zum Ausdruck. Bischof Ludwig Hennrich schrieb dieses Lied, um den Tod seines Sohnes im Krieg zu verarbeiten. Diesem Liedvortrag der Jugendlichen schloss sich die Ballade „John Maynard“ von Theodor Fontane an. Sie beschreibt die Reise eines Passagierschiffs von Detroit nach Buffalo, auf dem gegen Ende der Fahrt ein Feuer ausbrach. John Maynard blieb auf seinem Posten, bis das Schiff das Ufer erreichte. Damit rettete er die Passagiere, verlor aber sein eigenes Leben. „Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.“ so die Schrift auf seinem Grabstein.
Liebe lässt uns leben
Das „Hohelied der Liebe“ aus 1. Korinther 13 leitete den zweiten Teil der Andacht ein. „Was bedeutet es zu lieben?“ Diese Frage trug eine junge Frau in ihrem Herzen, als sie eine andere Frau traf, die für ihre Weisheit bekannt war, so der Vortrag einer Jugendlichen. Diese Frau erklärte: „Liebe ist wie ein Baum mit vielen Zweigen, aber nur einem Stamm.“ Der Stamm, ohne den kein Zweig am Baum wachsen kann, sei die Liebe zu sich selbst. Selbstliebe sei kein Egoismus, sondern Grundlage für Nächstenliebe. Aus der Nächstenliebe wachse Verantwortung für die Gemeinschaft, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Die Wurzel des Baumes, aus der alles Leben entspringt, sei die Liebe zu Gott.
Mit „Stimmen aus dem Jenseits“ gaben die Jugendlichen solchen Menschen eine Stimme, die ihr Leben gelassen haben, um andere Menschen zu retten – aus dem Feuer, im Schützengraben, vor einem Verbrecher oder als Mutter während der Geburt ihres Kindes. Die Liebe als Brückenglied – mit diesem Bild und der Zusage, dass trotz der Trennung beim Übergang in die jenseitige Welt die Liebe als Verbindung bestehen bleibt, endete der zweite Teil der Andacht.
Meine Hoffnung und meine Freude
Psalm 130,5 war Grundlage der Vorträge zum Thema „Hoffe“: „Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.“ „Die Trauer ist kein Feind“ – so die Überschrift über dem Vortrag einer jungen Glaubensschwester. Der Text beschrieb, dass Traurigkeit uns Menschen helfen möchte, uns selbst zu begegnen, unsere Wunden zu pflegen und Schmerzen zuzulassen, um damit die Heilung der Wunden zu ermöglichen.
Hoffnung heißt „hinter dem Horizont“. Zu dieser Definition kam ein protestantischer Missionar, als er seinen Sohn begraben musste. Seine Erkenntnis, dass sein Sohn bei Gott ist, und seine Hoffnung auf ein Wiedersehen zeigten ihm, dass Christen über den Horizont schauen. „Lasst uns Hoffnung bewahren und durch den Glauben die Kraft haben, sie nie zu verlieren. Das Beste liegt noch vor uns.“ riefen die jungen Christen den Anwesenden zum Abschluss zu. Diese hoffnungsvolle Stimmung drückte sich in dem gemeinsam gesungenen Lied „Lasst die Herzen immer fröhlich und mit Dank erfüllet sein“ aus.
Eindrucksvolle Einstimmung
Priester Norbert Brosda beendete die Andacht mit einem Gebet. Er drückte den Jugendlichen herzlichen Dank aus für ihren unermüdlichen Einsatz und für die Zeit, die sie für die Anwesenden und für Gott geopfert haben. Damit ging ein Abend zu Ende, der die Zuhörer eindrucksvoll auf den Gottesdienst für Entschlafene vorbereitet hat und bei dem die Bewegung unter den Anwesenden spürbar war.
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