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Glauben wagen – Jesus reicht uns die Hand

 

Die Jugendlichen des Bezirks Ruhr-Mitte erlebten am Sonntag, dem 18. Februar 2024 zusammen mit Priester Stefan Florian aus der Gemeinde Gelsenkirchen-Ückendorf den Jugendgottesdienst in Altenessen.

Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Matthäus 14,29: „Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.“

Du bist du!

„Ihr seid etwas ganz Besonderes!“ Mit diesen Worten begann die Bezirksjugendbeauftragte Jaqueline Brosda die Einleitung zum Jugendgottesdienst und gab den Jugendlichen die Geschichte „Vielleicht“ mit auf dem Weg: „Hast du dich jemals gefragt, warum du hier bist? Du bist du. So jemanden wie dich hat es noch nie gegeben und wird es auch nie mehr geben. In dir steckt so viel. Vielleicht hast du jetzt noch keine Ahnung, was alles in dir steckt. Und vielleicht weißt du auch nicht, wie bedeutsam du bist. Aber vielleicht, ja vielleicht, hat die Welt schon seit Ewigkeiten auf genau so jemanden wie dich gewartet.“

Du bist wer!

Priester Florian ging in seiner anschließenden Predigt auf die Einleitung ein: "Du bist wer! Jeder hat seine Stärken, nicht nur Schwächen." Er ermunterte die Jugendlichen, ihre Stärken zu nutzen, auch wenn nicht immer alles gelingen mag. Dabei leitete er auf das Bibelwort über: Jesus zog sich nach der Speisung der 5.000 zum Beten auf einen Berg zurück und schickte die Jünger schon im Boot voraus über den See Genezareth. Es kam Sturm auf, und selbst die erfahrenen Fischer unter ihnen bekamen es mit der Angst zu tun. Als Jesus ihnen über das Wasser entgegenkam, fürchteten sie sich noch mehr, bis er sie ansprach. Petrus wurde so mutig, dass er es trotz Sturm und Regen wagte, Jesus auf dem Wasser entgegenzugehen. Erst als er realisiert hatte, was er tat und sich sein Verstand meldete, zweifelte er und versank. Jesus ergriff daraufhin seine Hand und rettete ihn.

Im Folgenden bat Priester Florian zwei Jugendliche, die Begriffe Angst und Mut näher zu erläutern: 

Angst 

Angst ist ein Gefühlszustand, den alle kennen. Sie signalisiert eine Bedrohung, z. B. Angst, die körperliche Unversehrtheit zu verlieren, Angst vor dem Verlust der wirtschaftlichen Existenz, Angst vor der Beschädigung seines eigenen Rufes, Angst, gestellten Anforderungen nicht gerecht zu werden. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf die Angst zu reagieren:
1. Kämpfen -  sich der Angst stellen. Gegen das, was man als Widerstand empfindet, anzugehen. Zu kämpfen erfordert vor allem Mut.

2. Flucht - Der Impuls zu fliehen, ist wohl den meisten Menschen intuitiv gegeben. Wenn es unangenehm wird, will man der Situation entgehen.

3. Gelähmt sein vor Angst -  Das ist die schlechteste Möglichkeit, einzufrieren und handlungsunfähig zu sein. Diese Reaktion tritt meistens ein, wenn man sich nicht auf die Bedrohung einstellen kann.

Angst dient dazu, den Menschen vor einer Gefahr zu schützen. Man unterscheidet zwischen spontan auftretenden Angstzuständen, bei denen die genannten Mechanismen unmittelbar greifen, und Angst vor Situationen, die man im Vorhinein kennt. Man weiß, wann der Prüfungstermin oder das Bewerbungsgespräch stattfindet. Man kann also die Handlungsalternativen abwägen: Kämpfe ich oder flüchte ich. Dieses Abwägen von Verhaltensweisen kann im Extremfall dazu führen, dass im Kopf alle Varianten, wie man sich verhalten könnte, durchgespielt werden. Dieses kann zu einer Lähmung führen, so dass man die Kontrolle verliert und handlungsunfähig wird. In Angstsituationen ist es gut, mit einer Vertrauensperson zu sprechen. In Gesprächen kann die Angst oftmals gemildert werden. Und auch hier gilt: Beten wirkt immer! Auch im Umgang mit den Ängsten.

Mut

Was ist eigentlich Mut? Ist es mutig, ungesichert auf dem Geländer einer Autobahnbrücke zu balancieren, um anderen zu imponieren? Nein! Das nicht mutig, sondern dumm und leichtsinnig! Ist es mutig, in einem Laden zu stehlen, nur um dann in irgendeine Gruppe aufgenommen zu werden? Nein! Auch das ist nicht mutig, es ist kriminell!

Was ist dann Mut? Gedanklich assoziiert man dieses Wort oft mit selbstbewussten, starken und furchtlosen Persönlichkeiten.
Aber wahrscheinlich ist genau das Gegenteil der Fall. Denn Mut erfordert immer eine Art Angst. Angst vor Verletzungen, Zurückweisungen, Angst, ausgelacht zu werden oder nicht dazuzugehören.  Wir alle durchleben viele dieser kleinen Ängste jeden Tag. Und mutig sind wir immer genau dann, wenn wir bereit sind, angesichts der zu erwartenden Nachteile etwas zu tun, das wir für richtig halten. Der komische Typ in der Klasse, der ständig gemobbt wird, weil er irgendwie anders ist. Für ihn Partei zu ergreifen, trotz des Risikos, dann selbst in den Fokus zu geraten, Das ist mutig! 
Einen Fehler zuzugeben, obwohl man befürchtet, dafür verurteilt zu werden. Das ist mutig! Mut bedeutet also auch immer, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und seine Mitmenschen. Im Gegensatz zur Angst ist Mut kein Gefühl, sondern eine Handlung. Was wir fühlen, können wir nicht beeinflussen – wie wir handeln, schon! Wenn uns der Mut einmal fehlt oder uns verlässt, dann können wir um ihn beten und uns sicher sein, dass der der liebe Gott uns hilft, getreu dem Jahresmotto: Beten wirkt!

Angst und Mut gehören zum Glaubensleben dazu 

Priester Florian ging in seiner weiteren Predigt auf das Vorgetragene ein: Angst und Mut gehören zum Glaubensleben dazu, gerade in der heutigen Zeit, wo die christlichen Werte immer mehr verschwinden. Er forderte die Jugendlichen auf, mutig zu sein, nicht mit der Masse zu laufen. Mutig, Jesus zu bekennen. Mutig am Glaubensschiff mitzubauen. Jeder habe die Möglichkeit dazu. Und wenn es einmal schwer wird, sei immer eine helfende Hand da. Unser Ziel sei es doch, irgendwann bei Gott, unserem Vater, zu sein, so Priester Florian.

In seinem Predigtbeitrag stellte Priester Junker die Frage: „Was nimmst du aus dem Gottesdienst mit?“  Er werde auf jeden Fall den schönen Gesang mitnehmen, denn Musik spreche das Herz an. Weiter führte er aus, dass er im Laufe des Gottesdienstes an folgenden Satz gedacht hat: "Wer einen Baum gepflanzt hat, obwohl er weiß, dass er niemals in seinem Schatten sitzen wird, hat den Sinn des Lebens verstanden." Wer glaubt und genau weiß, dass er nie alles mit dem Verstand ergreifen werde, beginnt, das Evangelium zu verstehen. Vieles ist nicht zu erklären und doch göttliche Realität.

Priester Heise wies ergänzend darauf hin, dass es um unseren Glauben geht. Er forderte die Jugendlichen auf:  "Sieh zu, dass du nicht alleine bist!" 

21. Februar 2024
Text: Sandra Stüting
Fotos: Christian S.

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