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Essener Bezirkschor beim Day of Song

 

Der !SING – Day of Song findet am Samstag, den 30. Juni 2018 in elf Ruhrgebietsstädten statt. Ab 12 Uhr wird zeitgleich an verschiedenen Industriekulissen gesungen. In Essen ist die Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, der Veranstaltungsort.

Teilnehmen wird auch der Essener Bezirkschor. In dem rund 20minütigen Auftritt sollen Lieder wie „Look at the world“, „You raise me up“ und „Come to the table“ erklingen. Neu erlernt werden zudem die Lieder „Down in the river“, „Gott hört dein Gebet“ und „Ich rede, wenn ich schweigen sollte“.

Der Eintritt zum !SING – DAY OF SONG ist frei. Mehr Informationen unter dayofsong.de.

Fünf Fragen an den Chorleiter

Vor dem Auftritt des Bezirkschors sprach Holger Zepper mit Mirco Stachowiak. Nach dem Pfingstkonzert 2018 (wir berichteten) ist es für den Bezirkschor das nächste große Ereignis.

Holger Zepper: Mirco, Neuapostolische Kirche Essen und Day of Song – ist nichts Unbekanntes, oder?

Mirco Stachowiak: Tatsächlich ist der Day of Song nichts Unbekanntes. Er wiederholt sich bereits zum vierten Mal. Ich erinnere mich gerne an die erste Auflage im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010. Tagsüber haben wir mit knapp 100 Sängerinnen und Sängern aus Essen in der Öffentlichkeit gesungen. Abends fand dann das große Event in der Veltins-Arena statt, an dem viele Sängerinnen und Sänger unserer Kirche begeistert mitgewirkt haben. Seitdem bin ich ein Fan vom Day of Song.

Holger Zepper: Im November 2017 habt ihr in Rüttenscheid das Konzert anlässlich der internationalen Bezirksapostelversammlung gestaltet (wir berichteten) , am 20. Mai 2018 fand das Pfingstkonzert in Rüttenscheid statt, am 30. Juni nun die Teilnahme am Day of Song. Was kommt im Juli/August?

Mirco Stachowiak: Nach diesen besonderen Höhepunkten ist im Juli und August eine Pause angesagt. Zumindest für den Chor. Ich werde diese Zeit nutzen, um die nächsten musikalischen Ereignisse vorzubereiten.

Holger Zepper: Day of Song, Zeche Carl, mal raus aus dem Kirchengebäude. Freut ihr euch? Ist die Anspannung da eine andere?

Mirco Stachowiak: Tatsächlich ist die Anspannung etwas größer. Zumindest bei mir. Wir werden nur einer von vielen Chören sein, und damit ist eine direkte Vergleichsmöglichkeit gegeben. Die Kulisse ist eine komplett andere, und auch die Zuhörer sind nicht die, die sonst in den Kirchenbänken sitzen und den Bezirkschor seit Jahren kennen. Aber genau das ist eine besondere Motivation für den Chor. Ich bin gespannt, wie wir angenommen werden. Wir freuen uns jedenfalls riesig.

Holger Zepper: Am 29. September 2018 in Schwäbisch Hall wirst du offiziell den Taktstock vom bisherigen Leiter des Essener Männerchores, Armin Teichmann, überreicht bekommen. Heißt das, dass du neben dem Bezirkschor zukünftig auch den Männerchor leitest? Wie lassen sich diese Aufgaben mit Arbeit und Hobbies verbinden?

Mirco Stachowiak: Natürlich gehe ich arbeiten. Allerdings funktioniert das nicht so „nebenbei“. Die Musik bietet mir da aber einen tollen Ausgleich. Die Proben mit Gemeindechor oder Bezirkschor können schon anstrengend sein. Wenn ich aber die musikalische Entwicklung betrachte, zu der jede einzelne Probe beiträgt, bin ich einfach begeistert. Es macht mir riesig Spaß, mit so begeisternden Sängerinnen und Sängern zu arbeiten. Wenn ich also nach meinen Hobbies gefragt werde? Die Chorarbeit ist mein schönstes Hobby...
Nun weiß ich, dass auch die Sänger des Männerchores begeistert dabei sind. Daher mache ich mir wenig Sorgen über die anstehende „Mehr-Arbeit“. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe.

Holger Zepper: Mirco, für einen Chorleiter bist du noch ziemlich jung. Kannst du uns in kurzen Worten aufklären, wie du zum Taktstock gekommen bist? Was hat dich dazu bewogen, warum bist du der Musik so „verfallen“?     

Mirco Stachowiak: Zunächst greife ich Deine letzte Frage auf: Welche emotionale Wirkung Musik haben kann, wissen wir alle. Diese Emotionen zu fühlen und zu transportiere, ist etwas Großartiges und der Grund, warum ich Musik mache.
Mein Alter? Ich bin 37 und damit für einen Chorleiter eigentlich nicht zu jung. Wenn ich mich innerhalb und außerhalb der Kirche umschaue, gibt es zahlreiche junge Dirigentinnen und Dirigenten, die einen guten Job machen. Mein Vater war viele Jahre als Dirigent aktiv und so bin ich damit quasi groß geworden. Dank der musikalischen Erziehung wurde schon in frühen Jahren der Grundstein gelegt. Ich glaube, ich war 16 Jahre alt, als ich die ersten Dirigentenschulungen besucht habe, um dort das Dirigieren zu lernen. In den Folgejahren habe ich mit unterschiedlichen Chören in unserer Kirche arbeiten dürfen und viele Erfahrungen gesammelt. Bei der Vermittlung von musikalischen Inhalten und dem Anleiten bei gesangstechnischen Schwierigkeiten kam ich dann jedoch an meine Grenzen. Und das hat mich gestört. Das motivierte mich, selbst eine Gesangsausbildung zu absolvieren und später „nebenbei“ Chorleitung und Tonsatz zu studieren. Mit diesem Wissen ausgestattet habe ich nun einfach noch mehr Freude an meinem Hobby, weil musikalische Herausforderungen gemeistert werden können. Es ist einfach großartig, mit so motivierten und freudigen Sängerinnen und Sängern in unserer Kirche zu musizieren. Mein Ziel: Durch die Musik das Evangelium weitertragen und unsere Kirche bekannter machen.

Holger Zepper: Ich danke dir für die offenen Worte – für das schöne Interview.

27. Juni 2018
Text: Die Internetredaktion
Fotos: Klaus Hollbrögge

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