„Andacht heißt, an jemanden zu denken.“ Mit diesem Gedanken begrüßte Bezirksältester Martin Hoyer die ungefähr 130 Besucher einer Andacht am Samstagabend, den 5. November 2016 in Rüttenscheid.
Die Andacht fand am Vorabend des Gottesdienstes für Entschlafene statt. Sie sollte Impulse geben, an diejenigen zu denken, an die vielleicht schon lange nicht mehr gedacht wurde. „Vielleicht hat man auch nicht mehr daran gedacht, dass es einen Gott gibt.“, so Bezirksältester Hoyer in seinen einleitenden Worten. Daher solle die Andacht auch daran erinnern, dass im Gottesdienst für Entschlafene das wirkende Heil Jesu Christi vermittelt werde.
Gott bestimmt die Zeit
Im Mittelpunkt der Andacht stand ein Beitrag der Essener Jugendlichen. Sie beleuchteten mit eindrucksvollen Worten das Thema der Andacht „Alles hat seine Zeit“, das dem dritten Kapitel des Predigers Salomo entnommen ist. Das Leben beginnt mit der Geburt – einem Ereignis, das große Freude über das neue Leben und tiefe Liebe zu dem Neugeborenen auslöst. Und doch ist das Sterben von Anfang an gegenwärtig; Leben und Tod gehören zusammen.
Gott hat allem im Voraus seine Zeit bestimmt. „Woran denken wir in diesem Zusammenhang?“, so die Frage der Jugendlichen. Zunächst an unsere Angehörigen – Großeltern, Eltern, Partner oder auch Kinder –, für die der von Gott bestimmte Zeitpunkt aus unserer Sicht viel zu früh kam. Wenn wir unseren Blick weiten, können wir auch an solche denken, die ihr Leben im Krieg verloren haben, oder an diejenigen, die gestorben sind, ohne dass die Gesellschaft davon Notiz genommen hat.
Diese beispielhaften Situationen sollen zum Nachdenken anregen, so die Jugendlichen. Sie sollen an die christliche Grundüberzeugung erinnern, dass die Seele weiterlebt. Die Botschaft des Gottesdienstes für Entschlafene sei daher: „Jesus gibt dem Traurigen Freude.“
Gottes Liebe währt ewig
Umrahmt wurde der Beitrag der Jugendlichen von Bibellesungen, Musikbeiträgen und gemeinsamem Gesang. Zwischen den Beiträgen gaben Augenblicke der Stille wiederholt die Möglichkeit zum Nachdenken. Mit den gemeinsam gesungenen Worten „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.“ klang die feierliche Stunde aus.
Bereits einige Zeit vor Beginn der Andacht wurde die Kirche beleuchtet und standen die Kirchentüren offen. Die offenen Türen luden dazu ein, sich in der Stille Zeit zu nehmen, seine Gedanken zu sammeln, nachzudenken oder an Jemanden zu denken. Zudem gab es die Möglichkeit, seine Gedanken in einem Buch aufzuschreiben. Dieses Buch wurde im Gottesdienst am Sonntag, den 6. November an Apostel Wilhelm Hoyer übergeben.
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